Auf Gedeih und Verderb mit Kraft

kraft985
Die nordrhein-westfälische SPD hat Hannelore Kraft auf ihrem Landesparteitag in Bochum mit 98,5 Prozent als Parteivorsitzende bestätigt und ihr damit für den bevorstehenden Landtagswahlkampf den Rücken gestärkt. 

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat sich mit den beeindruckenden 98,5 Prozent für Hannelore Kraft als Parteivorsitzende hinter der Ministerpräsidentin gestellt. Das Kraft einer weitgehend erfolglose Regierung vorsteht, ficht die Genossen nicht an: Ein Wirtschaftswachstum von Null Prozent, schlechte Noten für die Bildungspolitik  und eine zerbröselnde Infrastruktur – Kraft bekam nicht trotz, sondern wegen der Probleme der Landesregierung ein so gutes Ergebnis, denn die SPD weiß, dass sie sich mit Inhalten nicht an der Macht halten kann. Der  intellektuell und programmatisch ausgeblutete Partei bleibt nichts anderes als auf Kraft zu setzen: Die immer noch beliebte Ministerpräsidentin ist das einzige Pfund, mit dem die SPD wuchern kann. Die SPD ist auf Gedeih und Verderb an Kraft gebunden. Sollte ihre Ära im Mai enden, blicken die Sozialdemokraten in ein tiefes Loch.

7 Kommentare

"Der intellektuell und programmatisch ausgeweideten Partei bleibt nichts anderes als auf Kraft zu setzen:"
"ausgebluteten" statt ausgeweideten müßte das heißen, weil "ausweiden" doch posthumen Charakter hat, und die SPD irgendwie noch etwas lebt. Aber sonst sehe ich es ähnlich. Es gäbe auch keinen Konkurrenzkandidaten. Sind alle fort.

Ein Spitzen-Ergebnis für die offizielle Ministerpräsidentin des bevolkerungsreichsten Bundeslandes. Sonst ist sie ja kaum wahrnehmbar.
Rote Rosen, Tränen, ..
Das ist Drama.

Als grösste Leistung ist es wohl anzuerkennen, dass die Informationen über den Wahlsieg zeitnah an die MP übermittelt wurden.

Wen Interessieren Bilanzen, Statistiken etc. , Wenn man mit der roten Brille durchs Land zieht.

Aber wo ist parteiintern oder in der Opposition die Alternative???

Das schlimmste ist, dass sie offensichtlich garnicht merkt, dass wichtige Fachminister (Wirtschaft, Verkehr) gerade aufgewacht sind, und sich – viel zu spät – gegen die grüne Dominanz in der Landespolitik zu wehren beginnen. Es wäre mal ’ne Chance gewesen, so richtig Klartext zu reden, aber leider scheint man in der Führung des Landespartei die – nicht mal so unberechtigte – Hoffnung zu hegen, dass die Leute wie so oft dann doch die SPD wählen, wenn man nur inbrünstig genug von "sozialer Gerechtigkeit" träumt. Ein bedauerlicher Verlust an politischer Kompetenz in der NRW-SPD…

@EinLipper: Viel wichtiger wäre gewesen, dass sich Minister und andere Durchgefütterte in der SPD anstatt um koalitionsinterne Bullen- und Bärenkämpfe um etwas kümmern, was grob ihrem Mandat entspricht: Politik für Land und Leute machen. Aber diese Hoffnung ist schon lange gestorben, nicht erst seit Kraftmeierei auf DDR-Wahlergebnisse trifft.

Schauen wir mal, wie das Wahlergebnis im Mai ausschaut. Eigentlich müsste den lieben Genossen angesichts der Lage in NRW Angst und Bange sein, und Frau Kraft erst recht. Da ist so ein Ergebnis noch einmal Balsam für die Politikerseele, bevor die Brise steifer wird.

Kommentar verfassen