Auf dem Weg in den Ruin

Der ambitionierte Amateurfußball steht in dieser Saison mehr denn je unter Druck. Auflagen des DFB, zögernde Sponsoren und ausbleibende Fans sorgen für Unmut und Angst. Prominentes Opfer der Krise ist NRW-Ligist Westfalia Herne. Doch Herne ist längst kein Einzelfall.

Dunkle Wolken hängen über den Amateurfußball-Vereinen, vor allem in NRW. Foto: © Stephanie Hofschlaeger / Pixelio

30 Minuten vor dem Spiel steht Westfalia Hernes Präsident Jürgen Stieneke in der vom Regen aufgeweichten Asche des Stadioneingangs. Seine Hände hat er in den Taschen seiner alten Jacke vergraben, die Baseballkappe ins Gesicht gezogen. Die Tribünen füllen sich nur langsam. Ein Vereinsbetreuer stapft heran. „Wie isses?“ „Scheiße.“ „Da sachste watt. Liecht am Wetter?“ „Nich nur.“ Der Dialog wird unterbrochen. Drei Spieler kommen auf Stieneke zugelaufen, in der Mitte tragen sie Torwart Christopher Ditterle. Wie ein niedergeschlagener Boxer hängt der 20-Jährige zwischen seinen Kollegen. Beim Aufwärmen hat er einen Ball so hart an den Kopf bekommen, dass er zusammengebrochen ist. Pünktlich zum Anpfiff wird später der Krankenwagen vorfahren: Gehirnerschütterung. Als hätte dieser Verein nicht schon genug Probleme. Von alten Zeiten schwärmen, das können Sie beim Sportclub Westfalia Herne. Berühmte Namen haben im Stadion am Schloss Strünkede gespielt. Sönke Wortmann, Werner Lorant, Michael Steinbrecher oder Hans Tilkowski. Vier Jahre lang spielte die Westfalia gar in der zweiten Bundesliga. Einer der Höhepunkte: Ein 2:1-Heimsieg gegen die Dortmunder Borussia, vor 27000 Zuschauern. Heute ist der Traditionsverein fünftklassig, im Schnitt kommen kaum 400 Zuschauer. Seit Jahren hat die Westfalia finanzielle Schwierigkeiten. Und damit steht sie nicht alleine: Ambitionierte Amateurvereine in akuter Geldnot sind eher die Regel, als die Ausnahme.

Jürgen Stieneke, Herner Milch-Unternehmer und Mäzen, steckt seit 15 Jahren Geld in den Verein. Vor zwei Jahren wollte sich Stieneke, mittlerweile gut 60 Jahre alt, aus der Verantwortung zurückziehen. Er übergab das Präsidentenamt. Doch ein halbes Jahr später brannte es in Herne wieder lichterloh und Stieneke kam, gemeinsam mit dem Vorsitzenden Horst Haneke, zurück. Um den Verein überhaupt aufrecht zu halten, mussten die Spieler auf ein Monatsgehalt verzichten. In diesem Sommer dann wurde ein gutes Dutzend von ihnen gegen billigere Kollegen ausgetauscht. Doch das reichte nicht. Wochenlang saßen die Verantwortlichen zusammen – ohne Erfolg. Der Schuldenberg von über 100000 Euro wuchs stetig an. Deshalb rief Horst Haneke vor gut zwei Monaten öffentlich um Hilfe. Im Alleingang, nur Stieneke wusste Bescheid.

Horst Haneke, Vorsitzender von Westfalia Herne. Foto: Daniel Drepper

An einem Mittwochmorgen im Oktober informierte Haneke die lokale Zeitschrift Reviersport, am Donnerstag standen Westfalia Hernes Finanzprobleme auf der Titelseite. Und die Aufregung war groß. In den folgenden Wochen sammelten Fans und Kleinsponsoren über 15000 Euro, der VfL Bochum trug ein Freundschaftsspiel in Herne aus und ein Dachdecker erklärte sich gar bereit, das marode Kabinendach kostenlos zu reparieren. Jetzt soll angeblich genug Geld da sein, um die Saison zu Ende zu spielen. Das strukturelle Problem aber bleibt.

So wie Herne ergeht es vielen Amateurvereinen. Vergleichsweise moderat ist die Lage beim VfB Hüls. Dennoch hat der NRW-Ligist all seinen Spielern und Trainern vor der Saison die Gehälter gekürzt. Wer nicht mitzog, musste gehen

Der ambitionierte Amateurfußball steht in dieser Saison mehr denn je unter Druck. Auflagen des DFB, zögernde Sponsoren und ausbleibende Fans sorgen für Unmut und Angst. Prominentes Opfer der Krise ist NRW-Ligist Westfalia Herne. Doch Herne ist längst kein Einzelfall.

Dunkle Wolken hängen über den Amateurfußball-Vereinen, vor allem in NRW. Foto: © Stephanie Hofschlaeger / Pixelio

30 Minuten vor dem Spiel steht Westfalia Hernes Präsident Jürgen Stieneke in der vom Regen aufgeweichten Asche des Stadioneingangs. Seine Hände hat er in den Taschen seiner alten Jacke vergraben, die Baseballkappe ins Gesicht gezogen. Die Tribünen füllen sich nur langsam. Ein Vereinsbetreuer stapft heran. „Wie isses?“ „Scheiße.“ „Da sachste watt. Liecht am Wetter?“ „Nich nur.“ Der Dialog wird unterbrochen. Drei Spieler kommen auf Stieneke zugelaufen, in der Mitte tragen sie Torwart Christopher Ditterle. Wie ein niedergeschlagener Boxer hängt der 20-Jährige zwischen seinen Kollegen. Beim Aufwärmen hat er einen Ball so hart an den Kopf bekommen, dass er zusammengebrochen ist. Pünktlich zum Anpfiff wird später der Krankenwagen vorfahren: Gehirnerschütterung. Als hätte dieser Verein nicht schon genug Probleme. Von alten Zeiten schwärmen, das können Sie beim Sportclub Westfalia Herne. Berühmte Namen haben im Stadion am Schloss Strünkede gespielt. Sönke Wortmann, Werner Lorant, Michael Steinbrecher oder Hans Tilkowski. Vier Jahre lang spielte die Westfalia gar in der zweiten Bundesliga. Einer der Höhepunkte: Ein 2:1-Heimsieg gegen die Dortmunder Borussia, vor 27000 Zuschauern. Heute ist der Traditionsverein fünftklassig, im Schnitt kommen kaum 400 Zuschauer. Seit Jahren hat die Westfalia finanzielle Schwierigkeiten. Und damit steht sie nicht alleine: Ambitionierte Amateurvereine in akuter Geldnot sind eher die Regel, als die Ausnahme.

Jürgen Stieneke, Herner Milch-Unternehmer und Mäzen, steckt seit 15 Jahren Geld in den Verein. Vor zwei Jahren wollte sich Stieneke, mittlerweile gut 60 Jahre alt, aus der Verantwortung zurückziehen. Er übergab das Präsidentenamt. Doch ein halbes Jahr später brannte es in Herne wieder lichterloh und Stieneke kam, gemeinsam mit dem Vorsitzenden Horst Haneke, zurück. Um den Verein überhaupt aufrecht zu halten, mussten die Spieler auf ein Monatsgehalt verzichten. In diesem Sommer dann wurde ein gutes Dutzend von ihnen gegen billigere Kollegen ausgetauscht. Doch das reichte nicht. Wochenlang saßen die Verantwortlichen zusammen – ohne Erfolg. Der Schuldenberg von über 100000 Euro wuchs stetig an. Deshalb rief Horst Haneke vor gut zwei Monaten öffentlich um Hilfe. Im Alleingang, nur Stieneke wusste Bescheid.

Horst Haneke, Vorsitzender von Westfalia Herne. Foto: Daniel Drepper

An einem Mittwochmorgen im Oktober informierte Haneke die lokale Zeitschrift Reviersport, am Donnerstag standen Westfalia Hernes Finanzprobleme auf der Titelseite. Und die Aufregung war groß. In den folgenden Wochen sammelten Fans und Kleinsponsoren über 15000 Euro, der VfL Bochum trug ein Freundschaftsspiel in Herne aus und ein Dachdecker erklärte sich gar bereit, das marode Kabinendach kostenlos zu reparieren. Jetzt soll angeblich genug Geld da sein, um die Saison zu Ende zu spielen. Das strukturelle Problem aber bleibt.

So wie Herne ergeht es vielen Amateurvereinen. Vergleichsweise moderat ist die Lage beim VfB Hüls. Dennoch hat der NRW-Ligist all seinen Spielern und Trainern vor der Saison die Gehälter gekürzt. Wer nicht mitzog, musste gehen. 53000 Euro spart der Verein dadurch in dieser Saison, außerdem hat er die Mitgliedsbeiträge erhöht. Noch wesentlich schlimmer erwischte es vor gut einem Jahr die Spielvereinigung Erkenschwick und die Sportfreunde Siegen. Innerhalb weniger Tage meldeten beide Vereine Insolvenz an. Erkenschwick spielte in den Achtzigern, Siegen sogar noch 2005 zweitklassig. Heute ist Erkenschwick wieder Spitzenreiter der sechstklassigen Westfalenliga, Siegen steht mit dem wohl größten Etat der NRW-Liga nur auf Rang zehn. Offensichtlich ums Überleben kämpft aktuell Liga-Konkurrent Kleve. Seit dem Sommer hatten einige Klever Spieler laut Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV) keine Gehälter mehr bezogen. „Erst nach erheblichem Druck und mit der Drohung, ein Insolvenzverfahren einzuleiten, hat Kleve das Geld überwiesen“, sagt VDV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky.

Bernhard Hartmann war viele Jahre Geschäftsführer des dauerkriselnden FC Gütersloh. Seit wenigen Monaten verantwortet er nebenberuflich die Geschäfte des NRW-Liga-Aufsteigers Wiedenbrück. „Mit Gründung der DFL, also mit der Abspaltung der Profis vom DFB, hatten die Amateurvereine eigentlich schon verloren“, sagt Hartmann. „Die Entwicklung ist katastrophal. Ich glaube nicht, dass der Amateurfußball sich wieder so erholen wird, dass es möglich ist, kostendeckend in den oberen Klassen Fußball zu spielen.“ Hartmann glaubt sogar, dass die Schwierigkeiten der NRW-Ligisten auf 80 Prozent der Viert- und Fünftligisten in ganz Deutschland zutreffen.

Bernhard Hartmann ist nebenberuflich Geschäftsführer des SC Wiedenbrück 2000. Foto: Daniel Drepper

Bestätigt wird Hartmann von VDV-Geschäftsführer Baranowsky: „Probleme wie in der NRW-Liga gibt es in diesem Bereich deutschlandweit.“ Heinz Decker, ehemaliger Vorsitzender des Rheinland-Pfälzischen Fünftligisten Hassia Bingen, beschreibt für die fünftklassige Oberliga Südwest ähnliche Probleme. Deckers Verein überlegt sogar, freiwillig abzusteigen. „Kaufmännisch wäre das richtig, aber das Herz sagt oft etwas anderes.“ Auf der Stelle könne er, sagt Decker, zehn Vereine aus seiner Region nennen, denen es keinen Deut besser gehe, als Hassia Bingen.

Die WDR-Sendung „Sport Inside“ berichtete im Oktober, dass zwei Drittel aller reinen Amateurvereine bei der Einführung der dreigleisigen Regionalliga ein negatives Eigenkapital aufwiesen. Dies gehe aus einer internen Studie des DFB hervor. In einer strukturellen Zwickmühle sieht der Jenaer Sportökonom Frank Daumann den Amateurfußball. Auf der einen Seite verlangten Spieler in höheren Amateurligen nun einmal Handgelder und Gehälter, andererseits seien die Einnahmemöglichkeiten sehr begrenzt. „Viele Vereine leben von der Hand in den Mund“, so Daumann. Entscheidungen der Vorsitzenden seien zudem emotional geprägt und „aus betriebswirtschaftlicher Sicht häufig nicht nachzuvollziehen“. Dies werde oft auch durch das Umfeld begünstigt. Kommunen würden im Zweifel finanziell zur Seite springen, deshalb bilde sich ein opportunistisches Verhalten der Vereine heraus.

Angst um die Zukunft der traditionellen Amateurvereine hat Manfred Balcerzak, sportlicher Leiter der Hammer Spielvereinigung. Die Vereine laufen Gefahr, so Balcerzak, ihre finanziellen Möglichkeiten zu überschätzen. „Ich fürchte, dass sich einige Vereine aus Angst vor dem Abstieg in Zukunft übernehmen werden. Der ein oder andere Verein wird von der Bildfläche verschwinden.“ Ähnliches befürchtet Horst Darmstädter, Vorsitzender des VfB Hüls und Sprecher der NRW-Liga. Darmstädter sieht „immer wieder Vereine, die ausgeflippte Präsidenten haben und mit aller Macht nach oben wollen. Die sind meistens bis Weihnachten platt. Dann geht das Wehklagen los, es werden Schulden gemacht und Verbindlichkeiten nicht bezahlt. Und dann kommt die Insolvenz.“

Von seinen Kollegen zum Sprecher der NRW-Liga gewählt worden: Horst Darmstädter, Vorsitzender des VfB Hüls. Foto: Daniel Drepper

Besonders schwer mache es den Vereinen die aktuelle Situation, so Darmstädter. Der VfB Hüls habe in den letzten drei Jahren 200000 Euro Sponsorengelder verloren und auch die Zuschauer kämen spärlicher – unter anderem wegen des neuen 15.30 Uhr-Sonntagsspiels der Bundesliga. Probleme bereite zudem die Invasion der Profi-Zweitvertretungen. Statt traditionsreichen Derbys vor über 1000 Fans stünden seit Gründung der NRW-Liga immer mehr Spiele auf Nebenplätzen mit einer Handvoll Zuschauer auf dem Plan. Auf der anderen Seite steigen durch die Auflagen der Verbände die Kosten. „Die Auflagen“, sagt Darmstädter und deutet mit der Hand die Breite eines prallvollen Aktenordners an, „die Auflagen sind so dick. Kein Mensch versteht das, das muss geändert werden.“

Bei der Einführung der NRW-Liga im Sommer 2008 hatten die Verbände (DFB und der westdeutsche Verband WFLV) die Auflagen für die Lizenzen deutlich verschärft. So müssen Gästefans mit einem 2,20 Meter hohen Zaun vor, während und nach dem Spiel von den Heimfans getrennt werden. Selbst eigene Bier- und Wurstbuden oder Toiletten muss der Gastgeber für die Gäste zur Verfügung stellen. Allein Westfalia Herne gab dafür nach eigener Aussage 48000 Euro aus. Vor allem gegen diese in ihren Augen überzogenen Sicherheitsvorschriften protestierten die Vereine in den letzten Monaten. Doch die Hoffnungen auf eine Lockerung der Regeln, von Darmstädter noch im November geäußert, haben sich mittlerweile so gut wie zerschlagen. Am 30. November traf sich Darmstädter mit acht Vertretern der Verbände, um über die schlechte Entwicklung der NRW-Liga zu reden.

Statt die Sicherheitsauflagen zu lockern, beharrten die Verbandsoberen auf ihren aufgestellten Regelungen, unter anderem mit Verweis auf gewalttätige Ausschreitungen bei einem A-Jugend-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Die Einhaltung der Sicherheitsauflagen soll in Zukunft sogar noch stärker kontrolliert werden. „Wer noch nicht alles nachgerüstet hat, muss es spätestens jetzt tun“, sagt Darmstädter. Lediglich bei den geforderten sanitären Einrichtungen oder VIP-Räumen soll in Zukunft angeblich ein Auge zugedrückt werden. Veröffentlicht werden sollen die neuen Auflagen im Frühjahr, verpflichtend wären sie ab der neuen Saison. Für kleine Vereine wie Germania Windeck sind diese Nachrüstungen teuer. Schon die getätigten Umbauten haben Windeck 80000 Euro gekostet. Aufgrund der niedrigen Zuschauerzahlen hatte der Verein bisher einige Abtrennungen jedoch nur provisorisch installiert. Um alle Auflagen zu erfüllen, müsste Windeck noch einmal 20000 Euro nachlegen, sagt Windecks Vorsitzender Heinz Georg Willmeroth.

Verschärfungen hatten einige Vereine dagegen für die Wirtschaftlichkeitsprüfung gefordert. Angesichts der bei einigen Clubs oftmals während der Saison eintretenden finanziellen Probleme ein verständlicher Wunsch. Ligasprecher Horst Darmstädter fordert mit einigen Kollegen, dass alle Vereine ihre Finanzplanung einer zugelassenen Wirtschaftsprüfung unterziehen. Zu einer grundlegenden Änderung konnte sich der Verband Ende November jedoch nicht durchringen. Nur leichte Verschärfungen sollen eingeführt werden. Für Darmstädter eine Enttäuschung. Er und seine Kollegen haben in manchen Dingen das Gefühl, dass beim Verband mit zweierlei Maß gemessen wird.

Hermann Korfmacher aus Gütersloh ist in seiner Funktion als DFB-Vizepräsident grundsätzlich für den Amateursport zuständig. Zugleich müsste er als Präsident des westdeutschen Verbandes WFLV den Ruhrgebiets-Vereinen ganz besonders Nahe stehen. Er stellte vor dem Treffen Ende November auch in Aussicht, dass einige technische Auflagen für die Lizenz der Vereine in Zukunft nicht mehr zwingend nötig, sondern nur noch eine Empfehlung sein könnten. Doch Korfmacher war bei dem Treffen schließlich nicht dabei und in seiner Abwesenheit redeten seine Untergebenen nicht mehr von einer Entschärfung.

Bisher glaubt Korfmacher nicht, dass die Gründung der NRW-Liga ein Fehler ist. „Wenn ich als Verein im Schnitt nur 250 Zuschauer habe und die Kosten nicht gedeckt sind, muss ich auch mal überlegen, ob ich in der richtigen Liga spiele“, sagt Korfmacher. Dass der höherklassige Amateurfußball nicht nur in Herne strukturelle Probleme hat, bestreitet aber auch der DFB-Vizepräsident nicht. Dem ambitionierten Amateursport, da sind sich Spieler und Verantwortliche einig, geht es seit Jahren immer schlechter. Ein Umschwung ist nicht in Sicht.

4 Kommentare

Guter Beitrag, lese ihn, während ich die Meldung höre, dass in der “Champions League” Bayern gegen Florenz und Stuttgart gegen Barca gelost wurde. Vermutlich werden beide ausscheiden, aber trotzdem jede Menge Nullen auf ihrem Konto zählen können. Der Beitrag hier illustriert sehr schön, wie die unstillbare Gier der Leistungsspitze den Fußballsport in seiner Breite ruiniert. Es sind je nicht nur die Zuschauer, die ausbleiben, sondern zunehmend auch potenzielle Spieler, die sich lieber vor die Glotze hocken, als im Regen auf nem Ascheplatz auf und ab zu rennen.
Einerseits schade und nostalgiefördernd (“früher war alles besser”) – andererseits: sie wollen es ja so, und wer ihnen sein knappes Geld hinterherwirft (im Stadion oder beim Pay-TV) ist irgendwie auch selber schuld.

In dem Beitrag klingt aber auch richtiger Weise an, dass viele Amateur-Vereine nicht mit Geld umgehen können. Es ist erschreckend, welche Gehälter bis hinunter in die Bezirksliga gezahlt werden, meistens unter der Hand. Da werden Millionen Steuern hinter zogen. Der deutsche Amateur-Fußball ist so ne kleine Schattenwirtschaft für sich.

Da sollten nicht alle so laut schreien.

Kommentar verfassen