Apple Ipad: Du sollst nicht speichern!

Ja wo kommen wir denn hin, wenn der Nutzer elektronischer Gerätschaften über seine Daten einfach selbst bestimmen darf? Der Chic eines Ipads besteht doch gerade darin, daß damit nur offiziell lizensiertes, kostenpflichtiges Material einmalig konsumiert werden darf…

Bild“Typisch Windows-User, diese verklemmten Typen wollen doch unbedingt immer wissen, wo ihre Daten sind. Wie armselig. Dafür habe ich doch meinen Mac!”. So die Argumente der Apple-Jünger. Wenn dann plötzlich alle Daten weg sind, dann müssen sie aber prompt mit ihrem Mac in die Werkstatt.

Apple-Software oder ursprünglich für Macs entwickelte Software neigt daher auch auf Windows-Systemen dazu, ihre Daten in irgendwelche dem Benutzer verborgene Kanäle zu speichern. er wundert sich nur, warum ihm dauernd die Windows-Systempartition überläuft, obwohl er doch extra ein ganz anderes Verzeichnis zum Speichern vorgegeben hat.

So ist es auch bei Ipod, Ipad und Iphone: Gerade Fotos können noch über einen USB-Adapter aus der Kamera in den Ipod gezogen werden. Raus kommen sie aber nur noch über Itunes. Wie auch alles andere. Wenn überhaupt. Wo kämen wir denn auch hin, wenn der Käufer eines Musikstücks das einfach selbst auf andere Geräte kopieren könnte? Der soll gefälligst seine Kohle ablatzen und dann die Fresse halten, aus!

Blöd ist dies, wenn selbst Powerpoint-Präsentationen, die auf einem Ipad zugegeben ohnehin illegale Immigranten darstellen, nicht über USB-Sticks ausgetauscht werden können, sondern nur über Itunes. Das hat zur Folge, daß für jeden und jedes Ipod, Ipad oder Iphone ein Spiegelbild auf einem PC Mac bereitgehalten werden muß. Und das größere Problem, daß man das Gerät nicht mal eben an einem anderen PC Mac anschließen kann, um es zu laden – mit Strom oder Musik oder Powerpoint-Präsentationen -, weil dann von Apple Itunes automatisch alles gelöscht wird, was auf diesem PC Mac nicht gespeichert ist. Eine Software, um beispielsweise den PC Mac zuhause und den PC Mac im Büro auf denselben Datenstand zu bringen, gibt es nicht.

Wenn aber mal eine Firma mit vielen Tricks geschafft hat, dem Ipad-Käufer doch ein wenigstens minimales Speichermedium zu bieten und aus dem reinen Konsumartikel ein kreatives Arbeitsgerät zu machen, was macht Apple?

Na klar, Apple verbietet das Zusatzgerät!

§1 Du sollst nur einen Steve haben

§2 Du sollst nicht speichern!

14 Kommentare

Der Grund, warum Apple keine externen Speichermedien zulässt, ist schlichtweg, dass sie nicht möchten, dass jemand direkt auf das Dateisystem von iPad / iPhone zugreift. Die Gründe dafür sind vielfältig, haben aber nicht wirklich was damit zu tun, dass Apple den User gängeln möchte.

Das Apple es nur erlaubt, iPads und iPhones über iTunes zu beladen, hat hingegen einen ganz einfachen Grund: Die Kombination iPhone / iTunes ist eine Lizenz zum Geld drucken. Deswegen wird Apple Drittherstellern niemals erlauben, Alternativen anzubieten.

Wer sich aber – zu Recht – darüber aufregt, dass man in iTunes gekaufte Musik nicht einfach zwischen verschiedenen Geräten hin- und herkopieren kann, der darf sich bei Sony BMG und Co. beschweren.

Wiilly, Du hast das durchaus richtig erfaßt.

Allerdings ist das alles dann für mich halt ein Argument, einen Ipod noch zu akzeptieren (denn den verwende ich wirklich nur zum Musikhören), ein Ipad oder ein Iphone dagegen zugunsten einer anderen, freieren Lösung abzulehnen.

Es ist dem User egal, ob etwas gemacht wurde, um ihn zu gängeln, wenn er es als Gängelung empfindet.

Auch die ersten digitalen Sony Walkmen, die den User gängelten, sind gefloppt.

Und diese Festplatte wurde sicher nicht für Raubkopierer konstruiert, sondern weil der Markt ein Bedürfnis danach hat. Apple mag sie kurzfristig verbieten können, aber dann kommt halt das Android-Pad und setzt sich durch.

Für die geschlossene Struktur den Apple-Systems – das dem entspricht, was IBM in der Mainframe-Szene einst machte – spricht mehr Zuverlässigkeit und Virensicherheit bei ungeübten Benutzern.

Doch der IBM-PC setzte sich damals gerade deshalb durch, weil er im Originalzustand gar nicht so doll war, aber sich beliebig erweitern ließ.

Damit kann man eine Android- oder Windows-Kiste zwar auch leichter “schrotten”. Und Google oder Microsoft traut man weniger als Apple.

Aber der, der dem User weniger Flexibilität gibt, ist nicht der böse Graue von “1984”. Sondern der Bunte.

Interessante Dinge dauerhaft abzuspeichern (selbst wenn man dann nie mehr reinschaut 😉 ), ist nun einmal ein menschliches Grundbedürfnis. Man kann ja schon froh sein, wenn der Internetnutzer nicht mehr alles ausdrucken will 🙂

Apple Fanboys kommen ja immer mit der Sicherheit, verstehen tun sie aber nichts davon. Apple fixt mal eben 88 Sicherheitslücken. Mir ist überhaupt nur eine Firma bekannt, die so viele Bugs auf einmal gefixt hat: Oracle. Das ist selbst für Apple-Verhältnisse eine ausgesprochen sportliche Leistung. Und da sind so Brüller drin wie:

* Code Execution in Rechtschreibprüfung
* Nach dem Reboot ist manchmal die Firewall aus
* Wenn man bei AFP den Gastzugang abschaltet, ist er noch an, und man kann auf Dateien außerhalb der Share zugreifen
* Code Execution durch Audio oder Video abspielen
* Code Execution durch Plattenimage Mounten
* Rootzugriff über Directory Service oder eine der Lücken in OS Services
* Auch per FTP kann man Dateien außerhalb des FTP-Verzeichnisbaumes abrufen
* beim Chatten kann man den Server ownen
* Bilder aufmachen haben sie anscheinend einmal bei jedem verfügbaren Bildformat verkackt, sogar bei RAW-Bildern.
* Das Konvertieren von Fließkommazahlen führt zu Code Execution
* Man kann sich remote über ein altes Passwort einloggen, und Login-Restriktionen wirken auch nicht
* Postscript-Dateien öffnen führt zu Code Execution
* Quicktime ist eh eine einzige Trojaner-Deployment-Plattform
* … lest selber

Die einzige anscheinend sichere Sache, die man bei OS X machen kann, ist ausschalten. Nicht mal Crypto-Signaturen kriegen sie hin. Krasse S******. Und Leute da draußen setzen diesen Sondermüll als deren Qualitätsprodukte ein! Und ich habe da noch nicht mal draufgeguckt, wer weiß, was da noch alles drin ist. Man gerüchtet, Apple habe zwei (ZWEI) Security-Leute. Microsoft hat zwei Häuser voller Security-Leute. Diese Bugs sind daher vermutlich alles Zufallsfunde. Bananensoftware eben, reift beim Kunden.

Da hat wohl jemand was missverstanden: 1. ist gar nicht klar, ob es in der Klage tatsächlich um das HyperDrive geht, 2. gabs wegen der Charger bisher gar keine Klage, weil HyperMac die Originalkabel von Apple benutzt. Außerdem habe ich bereits mehrfach mein iPhone an einem Rechner angeschlossen gehabt, der für das Gerät nicht aktiviert war – aufladen konnte ich es problemlos.

Gegen das HyperDrive kann Apple meines Erachtens nichts zu meckern haben, es tut genau das, was haufenweise andere externe Festplatten, USB-Sticks und sonstige Anschlussgeräte auch können.

@Stefan Laurin (5):
Das nimmst Du bitte zurück. 🙂

Im Grunde genommen finde ich den Artikel übertrieben. Dass Apple aufgrund der DRM-Vorgaben der Plattenindustrie das ganze so gestaltet hat wie es nunmal ist, ist halt so. Mag sein, dass das bei Android-basierten Geräten anders laufen wird (habe ich noch nirgendwo gesehen, dabei kenne ich einige Android-User) aber ob man dann auch so bequem geschützte Inhalte herunterladen kann, wage ich mal zu bezweifeln.

Abgesehen von diesem DRM-Kram ist es natürlich möglich auch von iOS-Geräten Dateien auf andere Rechner/Geräte zu transferieren. Es gibt ja schließlich für alles eine App.

@Rheinländer: Och, Apple kritisieren gibt überall Ärger, nicht nur bei Heise. War allerdings keine Absicht, daß der Artikel Freitag nachmittag erschien 🙂

@Jens: Wie man den “DRM-Kram” verwaltet, ist eine Sache. Beim Ipod geht es ja nur um Musik. Den Rest kann man bei dem sogar als Festplatte ansprechen, wenn man will. Und bei anderen DRM-Systemen ist auch der Musikkram als Datei ansprechbar. Da sorgt ja das DRM dafür, daß nur läuft, was laufen soll, das muß nicht übers Filesystem gemacht werden.

Telefonnummer, Dateien und anderen Kram will ich aber nicht via Itunes verwalten müssen. Daß man keine USB-Sticks am Ipad benutzen kann, ist ein Manko. Ebenso die Bindung an die Mobilfunkkkarte, die gibt es bei Android so auch nicht.

Android läuft auch über die Cloud, aber es ist weniger geschlossen. Große Downloads will man auf solchen Geräten ja gar nicht machen, aber ich finde Android trotzdem sinnvoller als die Apple-Lösung, wenn es um Smartphones und Pads geht. Dafür ist ein Android sicher weniger gut in Sachen MP3 einkaufen und abspielen. Da will ich Itunes gar nicht in Frage stellen, da war Apple besser als alle anderen. Nur ist das nicht der Hauptzweck eines Ipad.

@Jo “Bindung an die Mobilfunkkkarte” beim iPad?
Beim iPhone wusste ich davon, was allerdings auch nur auf ein paar Märkte beschränkt ist, u.a. Deutschland. In Belgien ist das z.B. deshalb nicht so, weil es schlicht und einfach verboten ist, ein Telefon an einen Mobilfunkvertrag zu koppeln. Finde ich übrigens eine schöne Sache, was die da in Belgien und Frankreich (?) haben.
Finde das, was ich vom Android UI gesehen habe, bisher nicht schlecht, aber würde immer noch ein iOS Gerät vorziehen, ist aber evtl auch Gewohnheit.

@Jo Frank:

Beim Ipod geht es ja nur um Musik. Den Rest kann man bei dem sogar als Festplatte ansprechen, wenn man will.

Ach, geht das beim iPad nicht? Da dass meines Wissens eine iTunes-Funktion ist, gehe ich davon aus, dass die auch beim iPad funktioniert.

Telefonnummer, Dateien und anderen Kram will ich aber nicht via Itunes verwalten müssen. Daß man keine USB-Sticks am Ipad benutzen kann, ist ein Manko. Ebenso die Bindung an die Mobilfunkkkarte, die gibt es bei Android so auch nicht.

Aha. Mein iPad hat keine Bindung an eine Mobilfunkkarte. Meine iPods auch nicht und wenn ich mir in bestimmten Ländern das iPhone kaufe auch das nicht.

Android läuft auch über die Cloud, aber es ist weniger geschlossen.

Recherchier bitte mal, welche Smartphone-Plattform als erstes quasi per “Fernwartung” Apps ohne Rückfrage bei Benutzern vom Gerät gelöscht hat. Tipp: Es war nicht die iOS-Plattform.

Dafür ist ein Android sicher weniger gut in Sachen MP3 einkaufen und abspielen. Da will ich Itunes gar nicht in Frage stellen, da war Apple besser als alle anderen. Nur ist das nicht der Hauptzweck eines Ipad.

Ah, da kommen wir zum Kern des Pudels: Was ist Deiner Meinung nach der Hauptzweck eines iPad?

@Jens: Hier ging es darum, mit dem Ipad auf eine Festplatte zu speichern, nicht das Ipad auszulesen.

Fernwartung? Naja, immerhin wird Dir nicht das gekaufte Zeug gelöscht, wie beim Kindle.

Der Hauptzweck eines Ipads? Unterwegs online gehen, momentan. Für mich wird es aber auch ein Smartphone noch tun, oder ein Netbook. Später könnte es auch ein Zeichenblockersatz sein, dazu fehlt dem Ipad aber ein drucksensitiver Mechanismus.

Aber tröste Dich: Demnächst gibts von mir einen Android-Test – und da habe ich das Gerät, das mir gefällt, auch noch nicht gefunden.

@Jo Frank (11):
Doch, ich glaube genau darum ging es bei dem Fall mit der ach so tollen Android-Plattform.

Und das was Du als Hauptzweck für das iPad nennst ist natürlich angesichts der Tatsache, dass das iPad auch als Modell ohne 3G verkauft wird nicht wirklich gut getroffen.

Es tröstet mich übrigens nicht, dass Du bald Android-Geräte testen wirst. Es geht mir auch nicht um zukünftige Artikel, sondern um den hier – und hier vermute ich, dass Du einfach nur irgendwelche Apple-Ressentiments zum Teil unreflektiert wiedergeben wolltest. Mehr nicht. Wenn das ganze dann auch noch schlecht recherchiert ist (beispielsweise kannst Du sehr wohl ein iDings-Gerät an einem “fremden Rechner” für Stromzufuhr anschließen), dann finde ich das nicht gut.

Jens, nun, wenn Du mir jetzt versuchst zu erklären, was ich mit meinem Artikel sagen will, wird es fürchte ich esoterisch 🙂

Schriftliche Kommunikation ist immer mißverständlich. Aber wenn es mir hier darum geht, daß man Daten nicht abspeichern kann, die man beim Surfen findet, meine ich das tatsächlich – und nicht was anderes.

Für die meisten dürfte das Ipad bislang ein Surfgerät sein – ohne 3G halt eins für zuhause. Vielleicht auch noch was zum Ebook-Lesen. Für einen Walkman ist es dagegen etwas groß und als Schreibmaschine fehlt die Tastatur, und Ballerspiele laufen schon gar nicht drauf.

Zusätzlich haben manche Außendienstler die Anwendung als Präsentationsgerät (statt Papiermappe) entdeckt, weils halt nicht so sperrig ist wie ein Notebook.

Natürlich kann man ein “Idings” auch an fremde Geräte anschließen, ohne es zu leeren. Du und ich wissen, wie das geht. Der normale Nutzer mit Standard-Einstellung schaut dagegen blöd aus der Wäsche ob dessen, was dann passiert. Da kenne ich sogar welche, die Apple deswegen verklagen wollten 🙂 (jaja, der Fehler sitzt oft genug vor dem Gerät).

Da ich selbst Apple-Geräte habe, habe ich sicher keine Ressentiments gegen Apple-Geräte – wohl aber Verbesserungswünsche und Kritik.

Aber es ist schon lustig, wie sehr Apple polarisiert. Bei Cola vs. Pepsi würde sowas nie passieren. 🙂

Hehe, jo weil sowohl Coca-Cola als auch Pepsi-Cola etablierte Produkte sind und keiner von denen in kurzer Zeit eine große Menge von Leuten beeindrucken muss. Ich empfinde das ipad eher als Spielzeug als als richtiges Arbeitsgerät. Wenn sich Apple damit abgibt, das die meisten das so sehen, dann ist alles in Butter und sie müssen auch keine Konkurrenz fürchten (es gibt ja schließlich neben dem PC auch immer noch die Playsi). Wenn aber Apple mit dem ipad ein Medium zum schnellen und problemlosen Arbeiten schaffen will, dann ist noch einiges zu tun, ich glaube da sind die (auch noch nicht erschienenen) Tablet-PCs einiger Hersteller schon weiter, da Sie auf einer ganz anderen Basis ansetzen.
Ich versuche ja auch nicht mit nem Basballschläger einen Nagel in die Wand zu schlagen, da kauf ich mir lieber zusätzlich noch nen Hammer 😉

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