Anonymous vs. kreuz.net

Nach dem Tod des Comedians Dirk Bach hetzte die Seite kreuz.net gegen den Verstorbenen. In dem Artikel “Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle” hieß es unter anderem über Bach: “Bach war ein homosexueller Sittenverderber. Es ist davon auszugehen, daß seine Unzucht ihn so früh ins Grab brachte.”
Das sorgte für viel Aufregung – mittlerweile gibt es eine Online-Petition gegen die Hetzseite und Anonymous kündigte, siehe Video, “weitere Maßnahmen” gegen die Site an. Die Katholische Kirche in Deutschland hat sich übrigens schon vor Jahren von kreuz.net distanziert.

5 Kommentare

“Die Katholische Kirche in Deutschland hat sich übrigens schon vor Jahren von kreuz.net distanziert.”

Meines Wissens hat der neue Ruhrbischof ein ähnliches Verhältnis zu Homosexuellen wie kreuz.net. Er ist auch sicher nicht der einzige führende Vetreter der katholischen Kirche der mit Fug und Recht als schwulenfeindlich gelten kann.

Nein.

Jeder kann so’n Video machen, aber bereits 0:20-0:30 sind hier eindeutiger Regelverstoß. NYPA; Dieser “Appell an Öffentlichkeit und Vernunft” ist stilistisch Alumützchenkacke. Anonymous ist die Antithese von “Öffentlichkeit und Vernunft”. Anonymous, das sind mehr als 9000 homosexuelle Afroamerikaner, ungewaschen zumal, da das Schwimmbecken wegen HIV-Kontamination geschlossen ist, mein Herr.

Was bitte ist eine “Onlinepetition”? Hat Chanology jemals mit solchen Methoden gearbeitet? Denken, Leute, denken!

Wenn auf kreuz.net irgendwann statt pfäffischem Salbader eine Einladung zur Zitronenfeier prangt, in all ihrer haarig-feuchten Urgewaltigkeit, und ein Kätzchen, “Hava Nagila” singend, durch das All fliegt – DANN war das Anonymous.

(Glaubste nicht? Ist aber so. Gehst du Twitter, guckst du.)

Lurk moar.

Ich lasse mal das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit auch für Katholiken gelten.

Allerdings bezweifle ich, dass Katholiken und andere religiöse Institutionen die Berechtigung haben, in der Politik mitzumischen wie es z.B. durch die Katholische Soziallehre seit 60 Jahren bei uns geschieht.

Das ist ein Beispiel dafür, dass wir uns in der Sozialpolitik nicht mehr von der katholischen Kirche mit ihren rückwärtsgewandten Einstellungen leiten lassen sollten.

Bei kreuz.net handelt es sich nicht um eine Plattform für religiöse Debatten in irgendeiner Form. Vielmehr sind hier vorwiegend männliche Schreiber, die zumeist aus dem österreichischen Raum stammen und im Umfeld des 2008 verstorbenen Jörg Haider anzusiedeln sind, damit beschäftigt, ihre tiefste Verunsicherung bezüglich der eigenen Sexualität zu kompensieren. Es geht vehement gegen jede Form von Homo- oder Bi-Sexualität (allerliebst betitelt als “homo-perverse Entartung” oder “Kotstecherei”), gegen außerehelichen Sex, gegen die sexuelle Selbstbestimmung der Frau usw.

Es gibt keinen Diskurs, und alles, das nicht dem eigenen allzu eng gesteckten Horizont entspricht, wird unflätig beschimpft und niedergemacht. Hierzu bedient man sich (wenn überhaupt) einzelner fragmentarischer Zitate aus dem Alten Testament. Schon hieran zeigt sich, dass keiner der auf kreuz.net Tätigen überhaupt begreift, wo Religionswissenschaft anfängt und Theologie aufhört.
Ebenfalls ist man in der Wahl seiner “Quellen”, die außerhalb der Heiligen Schrift liegen, nicht wählerisch. So wird eine Paris Hilton etwa zunächst als “Skandalhure” tituliert, um dann wenig später als “praktizierende Katholikin” zitiert zu werden mit ihrer (im Alkoholrausch) getätigten Aussage, dass “schwule Männer die lüsternsten Menschen” seien. Oder man zitiert einen bereits 1934 verstorbenen und als rechtsradikal bekannten Mann zum Thema der “Entartung der modernen Frauen”.

Kreuz.net hetzt weiterhin gegen Juden und Protestanten, moderne Frauen, die eine eigene Karriere anstreben werden in diversen “Diskussionen” als “Bubikopf-tragende, pillenfressende Weiber” oder “Kebsen” bezeichnet.
Der englische Bischof Richard Williamson dagegen, der den Holocaust leugnet, wird als “Helden-Bischoff” und “Märtyrer” zelebriert.
Die Homosexualität Jörg Haiders wird ganz offen als “Logen-Gerücht” abgetan, gleichsam ist man sich einig, dass die Freimaurer für den Tod des im Vollrausch bei einem Autounfall verstorbenen Rechtspopulisten Haider verantwortlich sind

Kurz und gut: Ein paar ältere Herren sind offenbar mit ihrer Umwelt überfordert, da es ihnen nicht gelingt, sich der Zeit anzupassen. Sie haben Angst, dass moderne Frauen ihnen nicht mehr bedingungslos hörig sein könnten, fürchten sich mitunter vor eigenen homo-erotischen Anwandlungen (der statistisch häufigste Grund für eine ausgeprägte Homophobie) und überschauen die Welt einfach nicht.

Also sucht man sein Heil in der gemeinschaftlichen Hetze – mit Religion hat das nichts zu tun und auch die Meinungsfreiheit hat per Grundgesetz klar definierte Grenzen – das ist auch gut so.

Kreuz.net erfüllt mehrere Strafbestände nach dem Grundgesetz sowie nach dem Telemediengesetz, geriert sich aber weiterhin als “aufrechtes” Organ der katholischen Kirche, obwohl der Papst und alles “neo-konservative” an der kath. Kirche verdammenswert ist und bestenfalls noch die Pius-Brüder den wahren Glauben kennen.

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