An der TU Dresden kann man mit Geld Unsinn als Wahlfach kaufen

In Dresden kann man für Geld alles bekommen: Gegenüber des Zwingers eine gute Soljanka, im AZ-Connie Bier und an der Technischen Universität der sächsischen Landeshauptstadt auch ein Wahlfach. Mit Wissenschaft muss das auch gar nichts zu tun haben. Die TU bietet, mit finanzieller Unterstützung der Karl- und Veronica Carstens-Stiftung und einem Verein homöopathischer Ärzte Homöopathie  als Wahlfach an. Angehende Ärzte können hier lernen, wie sie Kranken das Geld aus der Nase ziehen, ein Wahlfach “Hütchenspiel” oder “Pokertricks” könnte denselben Effekt haben. Mit medizinischer Wissenschaft, mit Hilfe für kranke Menschen hat das schlicht gar nichts zu tun. Homöopathie ist Unsinn und wirkt nicht.

Ob die TU, potente Spender vorausgesetzt, auch  ein Wahlfach “Chemtrails” oder “Astrologie” einrichten würde, wir die Zeit zeigen. Die TU scheint für alles offen zu sein, was Geld bringt.

 

Wir danken unserem Leser Gnipfl über den Hinweis via Twitter

9 Kommentare

Wie definiert eine Uni eigentlich wissenschaftliches Arbeiten im Bereich der Hömoopathie?

Ich habe auch schon erlebt, dass Ärzte privat Globuli genommen haben. Mich hatte es sehr verstört. Für sie war es vollkommen normal.

Ist Medizin oft nur "Trial and Error"?
Wenn das so ist, dann sind Mediziner total überbezahlt.

"Wenn es nicht hilft, kommen sie nächste Woche wieder"

Ich gehe dann doch lieber zum Medizinmann und schaue, was das Knochenwürfeln für mich für ein Schicksal voraussagt.

@ke
"Ich habe auch schon erlebt, dass Ärzte privat Globuli genommen haben. Mich hatte es sehr verstört. Für sie war es vollkommen normal."

Der private Einsatz von unwikrsamen Globuli durch Ärzte ist wirklich sehr
verstörend. Der Sinn der Globuli ist der beherzte schnelle Einsatz eines bei
vielen Krankheiten hochwirksamen Placebos.

Der Kranke beschreibt dem Arzt sein Leiden und erwartet Hilfe durch den
ärztlichenEinsatz des Rezeptblocks.

Der Arzt hat in jahrelanger Ausbildung gelernt.
"Für genau diese Krankheit gibt es genau dieses Medikament."

Aber der Arzt muss mit Erschrecken feststellen.

"Es gibt kein wirksames Medikament."

Also verschreibt es das Globuliplacebo ohne scjädliche Nebenwirkungen.
Verstörend ist, wenn der Arzt selber zum Placebo greift.
Ohne den Glauben an seine Wirksamkeit KANN das Placebo doch gar nicht wirksam sein.

Achim

*Schulterzuck*
Man kann doch an deutschen Hochschulen auch Theologie und Religion studieren 😉
Sogar Gender- bzw. Cultural-Studies 😉

@: abraxasrgb

Bei den sog. Gender-Studies (?) gebe ich Ihnen Recht! Aber immerhin ist das deutsche Universitätssystem selbstreferentiell genug, um zumindest über die die Theologie(n) zu reflektieren – aber eben nicht, um gleichermaßen parallel dazu etwa die Homöopathie, den Vegetarismus oder auch den Salonfeminismus als gleichsam neue rot-grün durchgesetzte Weltanschauungen der Republik zu hinterfragen.
(http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/ist-theologie-eine-wissenschaft)

Nun gut. Würde ich die aus Ihrer Sicht gleiche Frage für andere Fächer stellen, würde ich wohl genau die gleiche Häme ernten. Aber immerhin scheint zumindest die katholische Theologie im berühmten nachreligiösen Zeitalter doch solche Argumente vorbringen zu können, daß eine außertheologische und dezidiert nichtreligiöse Wissenschaftsorganisation ihr diese Selbstanfrage finanziert. So dumm kann die Fragestellung also nicht sein.

Und es gab zudem schon in der Philosophie (!) des Mittelalters (!), in dem ja bekanntlich die heutigen Universitäten europaweit ihren Ursprung nahmen, leidenschaftliche Diskussionen darüber, "utrum theologia scientia sit?" Und dabei wurden vor allem akademische Argumente, die von Platon, Aristoteles, Augustinus und anderen ausgehen, angeführt.

Von daher ist die wissenschaftlich auf international höchstem Niveau betriebene Theologie beider großen Fakultäten in Deutschland weder mit der Homöopathie, irgendwelchen Gender-Studies oder sonstigem unwissenschaftlichen Blödsinn zu vergleichen!

Niemand nimmt ein Medikament ein, ohne auf seine Wirkung zu hoffen. Genau darauf basiert der Placebo Effekt. Rein rational mag er/sie das bezweifeln und bei einer Befragung sogar zugeben. An der Hoffnung ändert sich dadurch nichts.

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