Ärzte rufen zur Operation Fax-Shitstorm auf

Immer neue Protestarten entwickeln die Ärzte. Nachdem vor ein paar Jahren mit gemieteten Demonstranten Neuland betreten wurde, hat man sich im aktuellen Streit um die Bezahlung der Ärzte auf ein Konzept des Retro-Protestes eingelassen: Ein Fax-Shitstorm soll die Faxgeräte der Krankenkassen lahmlegen.   Praktisch für die Ärzte: Auch heute werden nicht die Ärzte selbst aktiv werden müssen, sondern die Sprechstundenhilfen, die die Fax-Geräte benutzen. Vielleicht  noch ein Wort zum Thema Fax. Diese Technologie wird nicht allen unseren Lesern mehr geläufig sein: Faxe stellten früher die Kommunikation zwischen Dampfschiffen auf dem Atlantik sicher, wenn es zu nebelig für Signalfahnen war.

11 Kommentare

Vielleicht noch ein Wort zum Thema Fax:
Heutzutage faxt in einer modernen Arztpraxis nicht die Sprechstundenhilfe. Die Personaldecke in den meisten Arztpraxen ist so dünn, dass das längst OUT ist. Vielmehr ist das Fax der übliche Weg um halbwegs datensicher zwischen Ärzten und Ärzten bzw. Ärzten und Krankenkassen zu kommunizieren.
Faxe verschickt der Computer automatisch.
Mein Computer hat heute ca. 1000 Faxe an die Kassen verschickt. Meine Helferinen haben dazu keinen Finger krumm gemacht.
Also erstmal informieren und nachdenken, bevor man das Maul soweit aufreist, dass es bis hier nach Franken stinkt!!!

@Stark: Wie gut dass sie die Faxkosten absetzen können und Sie der Protest so nichts kostet und auch noch steuermindernd wirkt 🙂

@ STARK

„Mein Computer hat heute ca. 1000 Faxe an die Kassen verschickt.“

Wenn man nur ca. 30 Sekunden pro Fax rechnen würde, wären das schon 8,33 Stunden.

Wieso nennen Sie sich nicht SUPERSTARK?

Also die erste haben bei ihrem hohen Einkommen in der Bevölkerung eh schon nur wenig Rückhalt mit ihrer kleinen privilegierten Gewerkschaft zu kämpfen.
Mit solchen Aktionen…naja.

Dass die Ärzteschaft heute „Faxen“ machen wollte, war ja laut genug angekündigt.
Die Qualität des Protestes nimmt durch den vom Berufsverband gewählten Namen „Operation Shitstorm“ aber schon fragwürdige Formen an. Ganz offensichtlich hat sich der HNO-Verband da in der Körperöffnung vertan.
Glückwunsch an alle „Protestärzte“ für diese Lobbyarbeit.
Der Rest ist Schweigen – und einfach nur peinlich!

Mit ist nicht so ganz klar, warum sich so viele Leute über die Aktionen der Ärzte aufregen? Die vertreten ebenso ihre Interessen wie Flugbegleiter oder Bankangestellte. Von meiner Gewerkschaft (IG Metall) würde ich im Falle eines Arbeitskampfes auch einen engagierten Einsatz erwarten.

Zur Technologie Fax: Sie stirbt vielleicht langsam aus, beerdigt ist sie noch lange nicht. Die Verwendung einer qualifizierten digitalen Signatur ist noch kein Standard.

Martin: die Aufregung hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die Ärzte ansonsten gerne ihre Standes-Eethik hervorheben. Tatsächlich offenbaren sie sich derzeit – mal wieder – als üble Raffzähne, die den Hals nicht voll genug bekommen können. Seit drei Jahren haben die niedergelassenen Ärzte jährliche Einkommenssteigerungen von vier und mehr Prozent. Und statt die Verteilung innerhalb der Ärzteschaft selbst vernünftig zu regeln, werden Kassen beschimpft. Ganz vorneweg sind nicht etwa die Hausärzte, sondern jene, die eh schon am meisten abgrasen. Jetzt schließen sie die Praxen? Werden sie in diese Zeit mal wieder sich von Pharmakonzernen auf Kongresse einladen lassen und danach via „Anwendungsbeobachtung“ unsinnige und überteuerte Arzneien verordnen?

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