4 FÜR 7 – Ein Festival-Special

Schön, wie sich hier auf dieser Seite manchmal Luxus- und Subkulturproletariat Schaukämpfe liefern. Bald wird die Revolution vollendet sein. Aber es müssen nicht unbedingt "Cars & Girls" her, um die männliche Klischee-Spezies aus dem Ruhrgebiet aus ihrem Haus zu locken. An verwegenen Tagen sind es auch diese nahezu magischen, irgendwie ätherischen und von vernebelndem Feingeist umhüllten Kulturfestivals, die dem Standardproll dann vor Ort aber nur allzu deutlich zeigen dass es nicht nur um Geld geht im Leben, sondern auch ein wenig um Geschmack, Feinsinn und vornehme Zurückhaltung. Und dann geht der Standardproll wieder brav und mit ordentlich Standesbewusstsein zurück saufen, zocken, ins Stadion und zur Arbeit – und eben erstmal drei bis zehn Jahre wieder nicht zu: tanznrw09, den Ruhrfestspielen, den Mülheimer Theatertagen und dem Internationalen Museumstag.

Die Ruhrfestspiele. Durchaus aus dem Geiste der kulturellen Aufklärung geboren und schon in Bezug auf die Intendantenfrage immer wieder gern genommener Anlass für kulturpolitische Auseinandersetzungen. Das dreht sich dann oft um Fragen wie: Zeit- und Jugendgemäßheit. Pop oder Standards oder aufgepoppte Standards. Was kann man um Himmels Willen einem Publikum in Recklinghausen überhaupt an Metropolendiskurs zumuten? Sollte man das überhaupt? (Denn die verwurschten das eh immer nur zurück in Richtung leidlich modernisierte Currywurstkultur, etc.) Und so ist 2009 das Pendel mal wieder in Richtung "ordentlich, aber nicht aufregend" ausgeschlagen. Um nicht zu sagen "leicht ZDF-kompatibel".

Schön, wie sich hier auf dieser Seite manchmal Luxus- und Subkulturproletariat Schaukämpfe liefern. Bald wird die Revolution vollendet sein. Aber es müssen nicht unbedingt "Cars & Girls" her, um die männliche Klischee-Spezies aus dem Ruhrgebiet aus ihrem Haus zu locken. An verwegenen Tagen sind es auch diese nahezu magischen, irgendwie ätherischen und von vernebelndem Feingeist umhüllten Kulturfestivals, die dem Standardproll dann vor Ort aber nur allzu deutlich zeigen dass es nicht nur um Geld geht im Leben, sondern auch ein wenig um Geschmack, Feinsinn und vornehme Zurückhaltung. Und dann geht der Standardproll wieder brav und mit ordentlich Standesbewusstsein zurück saufen, zocken, ins Stadion und zur Arbeit – und eben erstmal drei bis zehn Jahre wieder nicht zu: tanznrw09, den Ruhrfestspielen, den Mülheimer Theatertagen und dem Internationalen Museumstag.

Die Ruhrfestspiele. Durchaus aus dem Geiste der kulturellen Aufklärung geboren und schon in Bezug auf die Intendantenfrage immer wieder gern genommener Anlass für kulturpolitische Auseinandersetzungen. Das dreht sich dann oft um Fragen wie: Zeit- und Jugendgemäßheit. Pop oder Standards oder aufgepoppte Standards. Was kann man um Himmels Willen einem Publikum in Recklinghausen überhaupt an Metropolendiskurs zumuten? Sollte man das überhaupt? (Denn die verwurschten das eh immer nur zurück in Richtung leidlich modernisierte Currywurstkultur, etc.) Und so ist 2009 das Pendel mal wieder in Richtung "ordentlich, aber nicht aufregend" ausgeschlagen. Um nicht zu sagen "leicht ZDF-kompatibel". "A World Stage" ist dann aber der Untertitel, obwohl vor allem Namen wie Münchner Lach- und Schiessgesellschaft, Fritz Eckenga, Sissi Perlinger, Hannelore Elsner, Eva Mattes, Piet Klocke und Hagen Rether ins Auge stechen. Stücke? Von Brel über Gynt, "Arsen und Spitzenhäubchen", etwas zu Kurt Cobain, Otto Sander ist auch da, "Wie es euch gefällt" und vieles mehr, auch mal in englischer Sprache. Liest sich, als hätte sich Festivalleiter Dr. Frank Hoffmann bemüht eine sichere Nummer abzuliefern – um das mal so richtig verständlich auszudrücken. Gerne genannt: Das integrierte Fringe-Festival in der City.

tanznrw09. Ebenfalls bereits angelaufen. Verteilt auf Düsseldorf, Essen, Krefeld, Viersen, Wuppertal, Bonn und Köln. Da zuckt der Kugelschreiber des gelegentlichen, regional bewussten Kreuzworträtsel-Lösers und will sofort "Pina Bausch" eintragen und weitermachen. Aber halt! Dem Schreiber sei noch kurz die Erwähnung einiger Highlights gestattet, so von Yoshie Shibaharas "World’s End Girlfriend" (Foto: Tessa Knapp) in Krefeld und "On Verra … Mal Sehen" von Jean Laurent Sasportes in Wuppertal.

Internationaler Museumstag. Am 17. Mai mit allein über 100 (!) beteiligten Museen in NRW. In Essen wird der Domschatz neu präsentiert, Krefeld zeigt sich mit einem Gemeinschaftsprojekt seiner 12 Museen, im Rest von Essen, in Dortmund und Duisburg macht man eher einfach eine Art "Tag der offenen Tür" daraus. (Kennt man ja, diese Art Engagement bei "von oben" ausgerufenen Festtagen.) Das Motto ist übrigens "Museen und Tourismus", und "International" bedeutet in diesem Fall Deutschland, Österreich, Schweiz. Ein ausbaufähiges Konzept.

Stücke. Die 34. Mülheimer Theatertage und direkt spannende, wenn auch bekannte Namen. Elfriede Jelinek, Sibylle Berg, Oliver Bukowski, Roland Schimmelpfennig. René Pollesch aus Wien, Lutz Hübner aus Hannover, Ulrike Syha aus Chemnitz. Dazu die KinderStücke, ein Gastspiel aus Uruguay, ein Symposium und mehr. Charmant.

Im Überblick:
Die Ruhrfestspiele Recklinghausen gehen noch bis zum 14. Juni.
tanznrw09 endet am 17. Mai.
Der Internationale Museumstag ist am 17. Mai.
Die 34. Mülheimer Theatertage gehen vom 15. Mai bis zum 2. Juni.

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