18 Dinge, über die wir diesen Sommer nicht reden werden

Wie ist das, wenn Kinder im Hospiz sterben? (Foto: apyodo/ Flickr/ cc by-sa 2.0)

Özil verdrängte Flüchtlinge, und die Flüchtlinge davor den Islam als gesellschaftliches Hauptdiskussionthema. Manchmal, ganz selten, so häufig, wie man einen Schlumpf in einem stillen Wald lachen hört, gab es auch breite Diskurse irgendwann über kaputte Straßen, schlechtes Telefonnetz, Internetausbau, fehlende Kitaplätze, Wohnungsbau, Bürokratieabbau, digitalen Wandel, das Gesundheitssystem, die Steuerbelastung und Altersarmut.

Und dann gibt es noch die Themen, über die man wirklich nicht spricht.Und damit sind nicht diejenigen Themen gemeint, von denen man fortwährend behauptet, nicht über sie sprechen zu dürfen und zu können (“Burkinis – Sexualisierung von Kindern oder geiler halal-sh1ce” oder “Die AfD – sind sie wirklich böse, oder einfach nur verballert?” oder “Flüchtlinge ersaufen lassen – oder an den Grenzen erschießen?”), um dann fortwährend über sie zu sprechen.

Wir haben einmal gesammelt, worüber möglicherweise etwas mehr gesellschaftlicher Diskurs, und das eben nicht nur in Nischenmagazinen und -formaten, wünschenswert wäre. Hier unsere Liste:

  1. Kinderdepressionen und -suizid
  2. Sexueller Missbrauch durch Familieanangehörige, insb. sexueller Missbrauch durch Mütter
  3. Kinderhospize
  4. Kernpädophile
  5. Menstruation en detail
  6. Zwangsverhütung bei geistig Behinderten
  7. Kinderwunsch /-zweifel
  8. Geld mit Prostitution verdienen – als Nicht-Prostituierte
  9. (Gedankliche) Aggressionen gegen Kinder
  10. Tempolimits
  11. Sucht und Funktionsanspruch
  12. Psychiatrieaufenthalte
  13. “Fetischismus”
  14. Inzest
  15. Versagensängste
  16. Eigener finanzieller Reichtum
  17. UFO-Sichtungen
  18. Homosexualität im Fußball

So weit, so richtig? Oder fehlt euch was? Oder sind wir auf dem Holzweg? Zu welchem dieser Themen würdet ihr gerne mal was lesen, hören, sehen? Oder zu einem ganz anderen?

6 Kommentare

Psychiatrie und Machtmissbrauch und Missbrauch durch Psychotherapeut*innen interessieren mich.

Ganz brennend interessiert mich: Geldverschwendung und Selbstbedienung im "sozialen" Sektor rund um Sozialträger, Kirchen und Wohlfahrtsverbände. Ein Milliardenthema!
Wir finden hier in vielen Fällen Zustände vor, welche durch den Begriff "Sozialmafia" durchaus gut beschrieben sind. Es ist eine Flut von Angeboten am Markt vorhanden, welche bestenfalls durch zweifelhafte wissenschaftliche Fundierung geprägt ist und vor allem immer weiter ausufert. Der Staat wird gemolken wo es nur geht. Da wird mal eben ein "soziales Theaterstück" (mit 50-100 zu 100% subventionierten Eintrittskarten) für 15.000€ oder "soziales" Hallenfußballturnier für 20.000€ veranstaltet und die öffentliche Hand zahlt.
Dies ist ein Bereich, in dem effektiv Scharlatane und andere Sozialalchemisten mit gestandenen Fachleuten auf einer Stufe stehen; es zählt nämlich, wer sich gut verkaufen kann und (besonders) die besten Kontakte knüpft. Es wird effektiv wenig geholfen, dafür ist man im Schreiben von Rechnungen ganz groß. Es wird auf Mitmenschlichkeit gemacht, dabei sind die Strukturen nicht selten extrem steil, hierarchisch und durch Vetternwirtschaft geprägt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Basis haben eigentlich nichts zu melden, während man in den Zentralen des guten Gewissens dicke Wagen fährt. Der Mensch, der gemäß eines gern gebrauchten Slogans "im Mittelpunkt" stehe, ist für diesen Sektor nichts weiter als eine ökonomische Manövriermasse. Zahlt Vater Staat nicht mehr, werden Schutzbefolhlene von einem Tag auf den anderen wie heiße Kartoffeln fallen gelassen.
Es gibt selten eine derart triefende Heuchelei wie in diesem Bereich. Da ist die Mafia fast aufrichtiger.

Kinderdepressionen und -suizid – OK
Sexueller Missbrauch durch Familieanangehörige, insb. sexueller Missbrauch durch Mütter- OK
Kinderhospize – OK
Kernpädophile – Was ist das?
Menstruation en detail – Kein Interesse
Zwangsverhütung bei geistig Behinderten – OK
Kinderwunsch /-zweifel – Kein Interesse
Geld mit Prostitution verdienen – als Nicht-Prostituierte – Als Anleitung für künftige Zuhälter?
(Gedankliche) Aggressionen gegen Kinder – Eh…Was?
Tempolimits – OK
Sucht und Funktionsanspruch – Hm?
Psychiatrieaufenthalte – Kein Interesse
„Fetischismus“ – Kein Interesse
Inzest – Kein Interesse
Versagensängste – OK
Eigener finanzieller Reichtum – Kein Interesse
UFO-Sichtungen – Kein Interesse
Homosexualität im Fußball – Kein Interesse

Was fehlt:

Alltags-Korruption im Kontext professioneller Politiker
Sind akustische Gitarren sexy?
Gehälter der Führungskräfte kommunaler Unternehmen
Smegma en detail
Framing und Agenda Setting in "Massenmedien"

tbc

Über Tempolimits wird nicht diskutiert? Das ist doch ein Dauerthema. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Tempolimit viele Vorteile habe. Die Senkung der Spitzen- und Durchschnittsgeschwindigkeiten sind die effektivsten Mittel, um die Anzahl an Todesfälle durch Verkehr, die Anzahl an Schwerverletzten im Verkehr und die Anzahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Eine gleichmäßigere Geschwindigkeit würde auch noch die Kapazitäten erhöhen. Aber all das zählt in Deutschland nichts gegen ein diffuses Freiheitsversprechen.

Kommentar verfassen