100 Jahre Rhein-Herne-Kanal

Der Rhein-Herne-Kanal beo Oberhausen. Quelle. Wikipedia Foto: Tuxyso Lizenz: CC-BY-3.0
Der Rhein-Herne-Kanal bei Oberhausen. Quelle: Wikipedia Foto: Tuxyso Lizenz: CC-BY-3.0

Der Rhein-Herne-Kanal, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum! Aus diesem Anlass gibt es in den nächsten Monaten von Duisburg bis Datteln zahlreiche Veranstaltungen, die die abwechslungsreiche Geschichte der Wasserstraße beleuchten, ihre wirtschaftliche Bedeutung für die Region aufzeigen, oder einfach nur Spaß machen sollen.

Den Auftakt des Jubiläumsjahres und der Fahrgastschiffsaison 2014 bildet dabei eine große Schiffsparade am 27. April. Ab der Schleuse Gelsenkirchen bis zum Kaisergarten in Oberhausen fahren die Schiffe in Paradeformation.

Wer dabei lieber an Land bleiben möchte, kann die Eröffnung alternativ auch ab 13.00 Uhr an der Schleuse in Gelsenkirchen miterleben oder zum Abschluss um 16.00 Uhr nach Oberhausen kommen.

Parallel zur bunten Schiffsparade wird am 27. April 2014 die Ausstellung „Zeitfenster“ eröffnet.

Großformatige Plakate unter etwa 50 Kanalbrücken und weitere 30 Bilder an den fünf Schleusen des Kanals zeigen die Geschichte des Kanals.

Den Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildet „KanalLeben“ am 30. August. Der Rhein-Herne-Kanal wird dazu von Duisburg bis Waltrop ganztägig für die motorisierte Schifffahrt gesperrt und so der Weg für zahlreiche Veranstaltungen und Attraktionen frei gemacht.

Der historische Schleppkahn “Ostara” ist Teil des LWL-Industriemuseums Schiffshebewerk Waltrop/Henrichenburg und liegt im Jubiläumsjahr in mehreren Orten mit der Ausstellung „100 Jahre Rhein-Herne-Kanal“ an. Sicherlich eine schöne Gelegenheit sich mit der Geschichte unserer Region noch ein Stück mehr vertraut zu machen.

Weitere Infos zu den einzelnen Veranstaltungen dann demnächst auch hier an dieser Stelle.

9 Kommentare

am 26.3.62 hat man mich und zwei Freunde nicht ins Sterkrader Hallenbad gelassen, weil Erwachsenenbadetag war. Da sind wir mit unseren Fahrrädern am Rhein-Herne-Kanal zurückgefahren. Einer hatte die Idee, im Kanal zu schwimmen. Ich muß wohl entgeistert geguckt haben. Immerhin war es noch März. Fragte mich einer: “Trausse dich nich?” Ich antwortete: “sach feige”, und er sagte es dann auch. Das ging damals aber gar nicht. Ich und nicht trauen. Ich bin also rein, Badehose hatten wir ja dabei, und sogar zu einem vorbeifahrenden Schiff geschwommen. Das hatten damals viele Jungen gern gemacht. Aber natürlich im Sommer. Das Problem war immer, auf das Schiff zu kommen, denn die Skipper hatten meist die Reeling geteert, so dass man daran abrutschte. Die Skipper wollten uns nicht auf dem Schiff haben. Wenn man dann oben war, konnte jeder die Teerstreifen von der Reelingkante am Körper sehen. So früh im Jahr hatten die aber noch nicht geteert und es war leicht, hoch zu kommen. Aber nach 100 Meter kaltem Fahrtwind wollte ich zurück. Das ging aber nur mit einem weiten Sprung vom Schiff weg, kopfüber ins kalte Wasser. Das war richtig kalt. Und dann natürlich noch schwimmen. Am Ufer mußte man immer über die Steine der Uferbefestigung. Die waren spitz. und man verlor leicht die Balance, oder rutschte am glatten Algenbelag ab. Immerhin bin ich frierend , aber heil wieder am Ufer angekommen. Mit den Algen, Sand und der Butter vom Butterbrot konnte man sich den Teer abrubbeln. Meiner Mutter durfte ich solche Sachen erst gar nicht erzählen. Aber sonst haben sich diese Geschichte schon sehr viele Freunde anhören müssen. Immer am 26. März. Ich habe sie immer gerne erzählt, weil wir doch sonst keine Abenteuer erleben konnten. Die Tiger sind ja schon alle von unseren Vätern ausgerottet worden. Und heute konnte ich sie sogar am 27. März noch einmal aufschreiben, weil der Robin diesen Kanalgeburtstag so spannend findet und einen Artikel darüber geschrieben hat, und ihr habt sie jetzt sogar gelesen. Danke Robin für den schönen Aufhänger mit dem Kanalgeburtstag.

Robin,

“…bis Waltrop…” schreibst Du.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Rhein-Herne-Kanal überhaupt über das Stadtgebiet Waltrops führt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob nicht wenigsten ein kleines Stück Böschung des Rhein-Herne-Kanals Waltroper Stadtgebiet ist.

Der Dortmund-Ems-Kanal ist derjenige, an dem sich der sog.Schleusenpark Waltrop befindet. Von dort führt der DOEK kurz nach den Schleuse/den Hebewerken in nördliche Richtung weiter zum sog. Dattelner Meer, zum Hafen Datteln. Dort, wo der DOEK aus Sicht des Schleusenparks rechts abbiegend nach Norden in Richtung Datteln schwenkt, stößt von Süden kommend der Rhein-Herne-Kanal auf den DOEK.

Vor Erreichen des Dattelner Meeres, des Hafen Datteln stößt der Datteln-Hamm-Kanal auf den DOEK.

In Datteln stößt dann der Wesel-Dattel-Kanal auf den DOEK

Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher, wollte aber als Ur-Waltroper, der ‘mal eine Dipl.Arbeit an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Hagen über die die “wirtschaftliche Bedeutung des DOEK” verfaßt hat, diese Frage aufwerfen.

Bauzeit lt. Wikipedia: 5. April 1906 bis 17. Juli 1914 (ca. 8 Jahre)

Wenn ich dann an die heutigen A40 Baustellen oder Erneuerungen von Kanalbrücken denke, kann ich die Leistungen unserer Vorfahren nur bewundern.

Was war damals für einen Agilität im Ruhrgebiet.

@keineEigenverantwortung: Einer meiner Urgroßväter hat damals mitgeholfen hier einen der Kanäle der Gegend auszuschachten. Ob es der Rhein-Herne-Kanal war kann ich leider nicht sagen. Er war Geburtsjahr 1898, könnte also vom Datum her durchaus hinkommen. Hat er früher immer von erzählt. Keine großen Maschinen, alles mit Spaten. Wenn man sich das vorstellt, schon eine starke Leistung der Arbeiter damals.

Wann sieht man heute noch einen Spaten auf Baustellen.
Es hat sich wohl noch nicht herumgesprochen, dass Absperrungen ohne Arbeiter nur wenig zum Baufortschritt beitragen. 🙂

Ich schaue mir auch immer wieder gerne die alten Bilder vom Bau der A40 etc. an. Oder wenn man sich anschaut, wie schnell doch die Infrastruktur, Industrie aufgebaut wurde, ist das sehr beeindruckend. Insbesondere, wenn man sich die Maschinen betrachtet.

Eigentlich ist es peinlich, was wir Nachkommen aus den vielen freien Flächen gemacht haben. Außer Baumarkt, Lagerhalle und Einkaufszentrum war das ja nicht viel. In Asien etc. gibt es wohl noch den Schaffensdrang.

Nicht nur im Ruhrgebiet wurde schneller gebaut. Metrolinien in Paris, Berlin und anderswo waren sehr viel schneller fertig als heute. Selbst die Nord-Süd-S-Bahn in Berlin in den 30ern wurde in knapp 6 Jahren gebaut. Eine Ansammlung von “jeder Regelmäßigkeit spottenden Einzellösungen”, wie ich mal las., sowie ständiger Planungsänderungen wg. des Ausbaus zur Welthauptstadt Germania. Der erste, längere Teil der Strecke wurde gar in 2 1/2 Jahren fertiggestellt und in Betrieb genommen. Allerdings war die Sicherheit am Bau nicht so im Focus wie heute.

Robin,
-sh.Waltrop und Rhein-Herne-Kanal-

Ich habe ‘mal selbst recherchiert. Danach dürftest Du mit Deiner Bemerkung “…Rhein-Herne-Kanals bis Waltrop…” richtig liegen.

Kurz vor der Einmündung des Rhein-Herne-Kanals in den DOEK, und zwar dort, wo der DOEK vom sog.alten(!) Hebewerk -Indusstriemuseum-kommt, läuft die Stadtgrenze Waltrops nach meiner zugegeben oberflächlichen Recherche über geschätzt 5o m mitten durch den Rhein-Herne-Kanal.
Nicht einfach zu bestimmen im Städtedreieck Castrop-Rauxel(Henrichenburg), Datteln und Waltrop.

Die Geschichte des Rhein-Herne-Kanals (und der anderen Kanäle) ist ein bedeutsamer Bestandteil der Industriegeschichte des Ruhrgebietes. Und dazu gibt es bekanntlich jede Menge Literatur. Es wäre also müßig, dazu `was zu sagen.

Für Waltrop

– zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Datteln-Hamm-Kanal, ganz kurz (sh.oben) tangiert vom Rhein-Herne-Kanal , mit den Schleusen/Hebewerken in Waltrop-Oberwiese am DOEK-

hatten die Kanäle und haben die Kanäle eine besondere Bedeutung -für Industrieprojekte, für die Kultur -sh.Industriemuseum-, für die Naherholung der Menschen, für den Tourismus -sh.sog.Schleusenpark.

Robin,
ob und inwieweit unsere gemeinsame Heimatstadt Waltrop dieses zu nutzen weiß, dieses besser nutzen könnte als zur Zeit, darüber könnte ‘mal vor Ort geredet werden.

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