10 Jahre nach dem Robert-Hoyzer-Skandal – Realer Fortschritt oder pure Verdrängung im Fußball?


Man, wie doch die Zeit vergeht. Heute vor genau zehn Jahren nahm der Fußball-Wettskandal um den damals 25-jährigen Schiedsrichter Robert Hoyzer so richtig Fahrt auf.
Genau am 22. Januar 2005 gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass der Kontrollausschuss gegen den auf der Karriereleiter des DFB rasch empor gestiegenen, aber schon vor dem Skandal längst bei vielen Beobachtern aufgrund seiner teilweise aufreizenden Arroganz auf dem Platz nicht unumstrittenen Referee ermittelt.
Kurz darauf kam dann offiziell heraus, dass Hoyzer mehrere Zweitligapartien sowie das Pokalspiel zwischen dem damaligen Drittligisten SC Paderborn und dem Hamburger SV manipuliert hatte.

In Folge dessen bestimmten damals über Monate hinaus Diskussionen über Manipulationen und Ermittlungen im kriminellen Umfeld die Schlagzeilen in vielen Ligen Europas. Inzwischen ist es weitestgehend ruhig geworden um das Sport-Skandal-Thema des Jahres 2005.

 
Nun, genau zehn Jahre danach, stellt sich jedoch an so einem Jahrestag dann gerne mal die Frage, was der Hoyzer-Skandal von damals eigentlich wirklich geändert hat?
Auch seither tauchten immer mal wieder Schlagzeilen von Spielmanipulationen quer durch Europa auf, erreichten die untersuchten Vorfälle längst nicht nur unterklassige Partien, sondern gerieten auch Champions League-Spiele unter Manipulationsverdacht.
Einen tatsächlichen, bleibenden Schaden haben diese Schlagzeilen dem Sport jedoch noch nicht zufügen können. Zum Glück möchte man als Fußballfan hinzufügen.
Skeptiker befürchten jedoch längst, dass sich die Anfälligkeit des Fußballs für solche Skandale im Laufe der letzten Jahre nicht grundsätzlich verändert hat, dass es aufgrund extrem schwieriger länderübergreifender Ermittlungsbedingungen vielleicht dauerhaft auch gar nicht bzw. kaum zu verbessern sein dürfte.

 
Was kann man als Fan dazu beitragen, dass eine potentielle Wettmafia nicht manipulativ auf Spiele meines Lieblingsvereins eingreift? Vermutlich nicht viel. Außer vielleicht selber grundsätzlich nicht auf Sportereignisse zu wetten, um den ohnehin scheinbar schon so lukrativen Markt und damit die Verdienstmöglichkeiten für potentielle Betrüger nicht selber noch weiter mit ‚aufzublasen‘.
Dies alles sind sicherlich auch nur flüchtige Gedanken, die an so einem Jahrestag mal aufkommen können, an der Oberfläche der Problematik kratzen können.
Allerdings hat man in den letzten Jahren, bei scheinbar stark wachsendem Wettanbietermarkt im Bereich Sportwetten hierzulande, nicht gerade den Eindruck gewonnen, dass solche Bemühungen tatsächlich rasch von Erfolg gekrönt werden könnten.

 
Die Verlockungen des schnellen Geldes im Bereich Sportwetten wachsen aktuell doch eher als das sie schrumpfen. Inzwischen findet man Büros von diversen Wettanbietern in quasi jedem Dorf, im Internet ohnehin. Was neben den seriösen, offiziellen Anbietern da noch abläuft kann man als in dieser Szene außenstehender Fußballfreund nur erahnen.
Dabei ist Fußball als Unterhaltungssport doch auch ohne zusätzlichen finanziellen Wetteinsatz doch eigentlich schon attraktiv genug.
Das Einzige was ich persönlich z.B. mal in dieser Art unternommen habe, das ist früher der ein oder andere Toto-Tipp gewesen. Trotzdem gibt es auch für mich häufig nicht viel Spannenderes als den Ausgang eines speziellen Fußballspiels. Ganz ohne den Nervenkitzel einer möglicherweise zusätzlich zu gewinnenden Wette auf den Ausgang o.ä..
Aber wahrscheinlich bin ich einfach noch immer zu sehr Fußballromantiker, wenn ich im Fußball am liebsten noch immer puren Spaß und Unterhaltung sehen möchte.
Dabei wollen am großen Geschäft rund um das runde Leder auch hierzulande ja längst nicht mehr nur Spieler, Vereine und Medien Geld verdienen. Logisch!

 
Inzwischen wird ja bekanntlich längst versucht aus möglichst vielen eher ‚unappetitlichen‘ Aspekten des Fußballs Geld zu schlagen. Angefangen von professionellen Ticketbrokern bis hin zur mir völlig schleierhaften Vermarktung des Kochs der Fußball-Nationalmannschaft.
An all das musste man sich als Beobachter im Laufe der letzten Jahre wohl oder übel gewöhnen. Inwieweit vielleicht auch Spielmanipulationen a la Robert Hoyzer aktuell noch immer dazu gehören, darüber mag man als Fan vielleicht auch gar nicht so wirklich längerfristig nachdenken.
Sonst könnte einem der Spaß an seinem Lieblingsverein sonst vielleicht schneller dauerhaft abhandenkommen als man glauben mag…

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