00Ricke drückt auf die Tränendrüse

Kai-Uwe Ricke ist aus meiner Sicht der schlechteste Vorstandschef der Deutschen Telekom gewesen. Unter seiner Führung war keine Strategie erkennbar, der Laden stolperte von Panne zu Panne. Nicht vergessen sollte man die Spionageattacken gegen Betriebsräte und Journalisten, die unter seiner Ägide stattgefunden haben. Jetzt outet sich Ricke als Heulsuse.

Um eines vorneweg klarzustellen: Gegen Ricke wird wegen der Schnüffelei ermittelt, bewiesen ist nichts. Die Staatsanwaltschaft führt ihn als Beschuldigten. Zu den betroffenen Journalisten gehört auch ein früher Mitarbeiter von Capital.

Etwas krude wirkt es daher, dass ausgerechnet das Wirtschaftsmagazin heute vorab aus einem Interview mit dem Ex-Telekom-Chef zitiert. In dem Gespräch durfte sich Ricke über eine Kultur des Misstrauens in den Topetagen auslassen. „Je höher man steigt, um so misstrauischer muss man sein, weil jeder, der um die Ecke kommt, im Zweifel…



Kai-Uwe Ricke ist aus meiner Sicht der schlechteste Vorstandschef der Deutschen Telekom gewesen. Unter seiner Führung war keine Strategie erkennbar, der Laden stolperte von Panne zu Panne. Nicht vergessen sollte man die Spionageattacken gegen Betriebsräte und Journalisten, die unter seiner Ägide stattgefunden haben. Jetzt outet sich Ricke als Heulsuse.

 

Um eines vorneweg klarzustellen: Gegen Ricke wird wegen der Schnüffelei ermittelt, bewiesen ist nichts. Die Staatsanwaltschaft führt ihn als Beschuldigten. Zu den betroffenen Journalisten gehört auch ein früher Mitarbeiter von Capital.

Etwas krude wirkt es daher, dass ausgerechnet das Wirtschaftsmagazin heute vorab aus einem Interview mit dem Ex-Telekom-Chef zitiert. In dem Gespräch durfte sich Ricke über eine Kultur des Misstrauens in den Topetagen auslassen. „Je höher man steigt, um so misstrauischer muss man sein, weil jeder, der um die Ecke kommt, im Zweifel etwas will", so Ricke. Misstrauen müsse dabei nicht in erster Linie den Verrat von Geschäftsgeheimnissen bedeuten, sondern häufig viel profanere Dinge: „Dass man bei jedem, mit dem man zu tun hat, irgendeinen Hintergedanken vermuten muss. Man kriegt ja von überall her E-Mails, wird dauernd von irgendwem benutzt.“ Da fange man an, sich abzuschotten. „Dann wird es potenziell einsam“, zitiert das Magazin den Ex-Manager.

Nachfrage zu Rickes Rolle bei der Telekom-Spitzelaffäre fehlen in dem Vorab. Bin mal gespannt, ob die in der gedruckten Ausgabe zu finden sind. Stattdessen darf sich Ricke darüber auslassen, dass er froh sei, dass er "den Job relativ jung machen durfte und gesund wieder herausgekommen“ sei.

In dem Gespräch ist sich Ricke auch nicht zu schade, von seiner angeblichen Bescheidenheit zu reden. "Ich war nicht verliebt genug in die Rolle des Telekom-Chefs. (…) Ich hätte meine Persönlichkeit stärker (…) zur Schau stellen sollen.“ Vielleicht gibt ihm die Staatsanwaltschaft ja eine Gelegenheit dazu.

 

1 Kommentar

Ich lach mich schlapp:
…?Dass man bei jedem, mit dem man zu tun hat, irgendeinen Hintergedanken vermuten muss. Man kriegt ja von überall her E-Mails, wird dauernd von irgendwem benutzt.? Da fange man an, sich abzuschotten. ?Dann wird es potenziell einsam?….

Dem Mann fehlt einfach nur die Eignung. Vielleicht sollte er es als Postbote versuchen

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