„Zeitinsel“ im Konzerthaus Dortmund präsentiert Bela Bartók

Bela Bartóks kompositorisches wie auch forschendes Schaffen hat die musikalische Moderne entscheidend geprägt. Grund genug, dem ungarischen Komponisten, der vor 130 Jahren geboren wurde, ein Zeitinsel-Festival im Konzerthaus Dortmund zu widmen! Vom 18.-22. Januar kommen in Dortmund einige der berühmtesten, aber auch bislang weitgehend unbekannte Kompositionen Bartóks zur Aufführung.

Bela Bartók, der vor 130 Jahren geboren wurde, war keineswegs nur Komponist, sondern ebenso idealistischer Pädagoge, akribischer Musikforscher, virtuoser Pianist und aufklärerischer Theoretiker. Seine Leistungen in der Erforschung indigener Volksmusiken Osteuropas sind bahnbrechend, da die Einverleibung ihrer Ergebnissen in die eigene Tonsprache ganz neue Horizonte eröffneten.

Diesem Aspekt tragen zwei Kammermusikabende Rechnung – vor allem die ungarische  Sängerin Márta Sebestyén fungiert bei diesen Brückenschlägen als kompetente Interpretin. Weitere Schlaglichter auf Bartóks Repertoire an Vokalmusik liefert ein Konzertabend, bei dem die jugendlichen Sänger der Dortmunder Chorakademie mitwirken.  Schon 1911 hatte Bela Bartók seine einzige Oper geschrieben – den Einakter »Herzog Blaubarts Burg«. Unter Leitung von Iván Fischer und mit dem Solisten István Kovác interpretiert das Budapest Festival Orchestra den Einakter in einer halbszenischen Aufführung.

Iván Fischer, der Gründer und Leiter des Budapest Festival Orchestra, hat als großer Kenner der Musik Bartóks entscheidend an der Konzeption dieser Zeitinsel in Dortmund mitgewirkt. Das Budapester Orchester, welches – laut der Einschätzung des „Grammophone“ -Magazins – zu den „zehn besten Sinfonieorchestern weltweit gehört“ ist gleich mehrmals im Konzerthaus Dortmund zu erleben.  Also beste Voraussetzung für zwei sinfonische Konzertabende, bei denen natürlich Bartóks „Konzert für Orchester“ nicht fehlen darf –  wohl eines der ganz großen Schlüsselwerke im 20. Jahrhundert schlechthin! Zum Finale der Zeitinsel musiziert das Budapest Festival Orchestra ein weiteres Werk, das – vor nicht ganz 100 Jahren – den Aufbruch in neue Klangwelten markierte und damals die zeitgenössischen Meinungen stark polarisierte:  Strawinskys „Sacre de Printemps“.

Komplette Infos und Tickets

www.konzerthaus-dortmund.de
Das Programm:

  • Kammerkonzert I
    Dienstag (18.1.), 20 Uhr: Eckhardt Streichquartett, Márta Sebestyén (Sopran), István Kádár (Violine) und Jeno Jandó (Klavier). Original-Volksliedaufnahmen von Bartók, Volksmusik-Ursprünge der Rhapsodie Nr. 1, Rhapsodie für Violine und Klavier Nr. 1, Klavierquintett. Iván Fischer moderiert das Konzert.
  • Orchesterkonzert I
    Mittwoch (19.1.), 20 Uhr: Budapest Festival Orchestra (Leitung: Iván Fischer). Scherzo à la Russe und Tango von Strawinsky, Oxford-Sinfonie von Haydn, Bartóks Konzert für Orchester.
  • Kammerkonzert II
    Donnerstag (20.1.), 20 Uhr: Barnabás Kelemen, Katalin Kokas (Violinen), Ákos Ács (Klarinette), Jeno Jandó (Klavier), Ádám Balogh (Klavier), Opern-Kinderchor, Mädchenchor und Jugend-Kammerchor der Chorakademie (Leitung: Zeljo Davutovic). Bartóks „Kontraste“ für Violine, Klarinette und Klavier, Duos für zwei Violinen, Auszüge aus „Kórusmuvek“, ungarische und slowakische Volkslieder.
  • Herzog Blaubarts Burg
    Freitag (21.1.), 20 Uhr (Einführung: 19.15 Uhr): Operneinakter von Bartók mit István Kovács (Blaubart), Ildiko Komlosi (Judith), Budapest Festival Orchestra (Leitung: Iván Fischer) und Sinfonie Nr. 102 von Haydn.
  • Orchesterkonzert II
    Samstag (22.1.), 20 Uhr: Budapest Festival Orchestra mit Iván Fischer und Dejan Lazic (Klavier). Bartóks Volksmusik-Ursprünge der Rumänischen Volkstänze, Rumänische Volkstänze, Rumänischer Tanz für Orchester von Bartók sowie das erste Klavierkonzert von Liszt und „Le sacre du printemps“ von Strawinsky.


Karten: Tel. (0231) 22696200 oder www.konzerthaus-dortmund.de

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